Traumasensible Begleitung & Somatisches Coaching

Traumasensible Begleitung & Somatisches Coaching: Warum Verstehen allein nicht ausreicht

Ein körperzentrierter Ansatz für nachhaltige Veränderung

Vielleicht kennst du das: Du hast jahrelang Therapie gemacht, Bücher gelesen, Podcasts gehört. Du verstehst deine Muster, weißt woher sie kommen, kannst sie benennen. Und trotzdem – sie bleiben. Die gleichen Reaktionen. Die gleichen Trigger. Die gleichen Dynamiken, die sich immer wieder wiederholen.

Warum ist das so? Und vor allem: Was braucht es wirklich, damit sich etwas verändert?

In diesem Beitrag möchte ich dir zeigen, warum traumasensible Begleitung und somatisches Coaching anders arbeiten – und warum dieser körperzentrierte Ansatz oft genau das ist, was nach Jahren der Gesprächstherapie gefehlt hat.

Der Unterschied zwischen Verstehen und Veränderung

Über die Kognition allein – über Verstehen, Mindset-Arbeit oder positive Gedanken – kommen wir nicht an die Wurzel unserer Muster. Das Verstehen kann ein wichtiger erster Schritt sein, keine Frage. Es hilft uns, eigene Muster überhaupt wahrzunehmen, Zusammenhänge zu erkennen und Mitgefühl für uns selbst zu entwickeln.

Aber: Bleibt es nur beim Verstehen, verändern sich die tief sitzenden Dynamiken oftmals nicht. Die Muster kehren immer wieder zurück, obwohl wir es auf Verstandesebene eigentlich „besser wissen“.

Der Grund dafür liegt in der Art, wie unser System funktioniert – und wo unsere tiefsten Prägungen tatsächlich gespeichert sind.

Warum der körperzentrierte Ansatz?

Die Antwort liegt in unserem Nervensystem und wie Trauma im Körper gespeichert wird.

Trauma ist als automatische körperliche Reaktion im prozeduralen Gedächtnis gespeichert – oft ohne bewusste Erinnerung an das auslösende Ereignis. Es sitzt in unserem autonomen Nervensystem, das unterhalb unserer bewussten Kontrolle arbeitet.

Das bedeutet: Traumaheilung bzw. -integration ist vor allem ein körperlicher, nicht nur ein kognitiver Prozess.

Es geht darum, dem Nervensystem durch verkörperte Erfahrung beizubringen, dass die Gefahr vorbei ist – nicht dem Verstand. Der Verstand weiß das womöglich längst. Aber der Körper, das Nervensystem – sie reagieren weiter, als wäre die Bedrohung noch präsent. Denn das Nervensystem kennt keine Zeit.

In der traumasensiblen Begleitung und im somatischen Coaching gehen wir genau dorthin: Zu den Wurzeln. Auf die Ebene des Körpers. Auf die Ebene des Nervensystems. Sanft, behutsam und ganz in deinem Tempo.

Was ist ein Trauma überhaupt?

Viele Menschen denken bei Trauma vor allem an Schocktraumata – Unfälle, Gewalt, Naturkatastrophen, Kriegserlebnisse. Aber Trauma kann auch viel subtiler sein.

Denn Trauma ist nicht das Ereignis selbst, sondern das, was in unserem Nervensystem passiert, wenn wir nicht die Kapazität hatten, ein Erlebnis zu verarbeiten.

Ein Trauma entsteht, wenn etwas zu viel, zu schnell, zu plötzlich war – vor allem, wenn wir niemanden an unserer Seite hatten, der uns halten und co-regulieren konnte. Wenn unser System überwältigt wurde und keine Möglichkeit hatte, die Aktivierung zu vervollständigen oder zu entladen, also beispielsweise zu flüchten oder zu kämpfen. Und das geschieht häufiger als wir denken, besonders in der frühen Kindheit.

Bindungs- und Entwicklungstrauma: Die unsichtbaren Wunden

Die Mehrheit von uns trägt sogenannte Bindungs- und/oder Entwicklungstraumata in sich. Diese entstehen nicht durch einzelne, einschneidende Ereignisse, sondern durch:

  • Fehlende emotionale Verfügbarkeit der Bezugspersonen
  • Nicht-bedürfnisorientierte Begleitung in der Kindheit
  • Gefühle, die nicht sein durften
  • Fehlende Co-Regulation in Stressmomenten
  • Das Gefühl, nicht gesehen oder verstanden zu werden
  • Zu viel Verantwortung in zu jungem Alter

Diese frühen Prägungen – das, was unser Nervensystem damals abspeichern musste, um zu überleben – zeigen sich oft durch:

  • Fehlende oder eingeschränkte Fähigkeit zur Selbstregulation
  • Chronische Hypervigilanz und schnelle Überreizung
  • Gefühl von Unsicherheit im eigenen Körper
  • Abgeschnittensein von uns selbst und unseren Gefühlen
  • Schnelle Überforderung im Alltag
  • Chronisches Verharren im Kampf-/Fluchtmodus oder in Erstarrung (Freeze)
  • Schwierigkeiten, echte Nähe und Verbindung zuzulassen
  • Das Gefühl, nie wirklich „bei sich“ zu sein

Diese Muster – meist unbewusst – begleiten uns ins Erwachsenenleben. In unsere Beziehungen. In unsere Elternschaft. In unser Business. In jeden Bereich unseres Lebens. Und wenn wir uns ihrer nicht gewahr werden und nicht lernen, mit ihnen umzugehen oder sie zu transformieren, geben wir sie oft ungelöst an unsere Kinder weiter.

Deshalb arbeiten wir mit dem Körper. Mit dem Nervensystem. An der Wurzel. 🌱

Was bedeutet traumasensible Begleitung?

Der Begriff „traumasensibel“ wird mittlerweile recht häufig verwendet – aber was bedeutet er wirklich in der Praxis?

Ein traumasensibler Raum ist einer, in dem alles sein darf, aber nichts muss.

Es ist ein Raum, in dem du dich wirklich sicher fühlst. In dem du präsent begleitet wirst und nicht „gepusht“, sondern ganz in deinem Tempo gehen darfst. In dem deine Grenzen nicht nur respektiert, sondern aktiv geschützt werden.

„Traumasensibel“ bedeutet aber nicht, dich nur mit Samthandschuhen anzufassen oder stets nur zu regulieren und schwierige Gefühle „wegzumachen“ z.B. durch Atmung.

Im Gegenteil: Traumasensible Begleitung bedeutet, einen sicheren Container zu schaffen, in dem das, was gefühlt, gesehen und vervollständigt werden möchte, endlich Raum bekommt.

Es geht darum:

  • Aktivierung des Nervensystems zuzulassen – aber in dosierten, verkraftbaren Mengen
  • Schwierige Emotionen zu spüren – aber mit ausreichender Kapazität
  • Dem Körper zu erlauben, zu vervollständigen, was damals nicht vervollständigt werden konnte
  • Zwischen Aktivierung und Regulation zu pendeln – damit das Nervensystem lernt, dass es sicher ist, Gefühle zu fühlen
  • Ressourcen aufzubauen, bevor wir tiefer gehen

Die Kunst liegt in der Langsamkeit, in der Dosierung, im ständigen Checken: Wo bist du gerade? Was braucht dein System jetzt? Wann ist es zu viel? Wann können wir einen Schritt weitergehen? Was braucht gerade Raum?

Somatisches Coaching: Der Körper als Schlüssel zur Transformation

Somatisches Coaching ist eine Form der Begleitung, die den Körper als primären Zugang zu Veränderung nutzt. „Somatisch“ kommt vom griechischen Wort „soma“ und bedeutet „Körper“.

Im somatischen Coaching erhältst du ganz viel Raum und wir sprechen auch über die Themen, die dich beschäftigen – aber eben nicht nur. Wir arbeiten nämlich ganzheitlich und beziehen dabei mit ein: 

Körperempfindungen und -wahrnehmung

Wir lernen wieder, den Körper zu spüren, seine Signale wahrzunehmen und zu verstehen. Viele von uns haben gelernt, den Körper zu ignorieren oder sind dissoziiert – also abgespalten vom Körpergefühl. Somatisches Coaching hilft, diese Verbindung wieder herzustellen.

Nervensystem-Regulation

Wir arbeiten direkt mit dem autonomen Nervensystem. Wir lernen zu erkennen: In welchem Zustand bin ich gerade? (Ventral vagal, sympathisch, dorsal vagal). Und vor allem: Wie kann ich meinem Nervensystem helfen, wieder in Sicherheit zu finden?

Verkörperte Erfahrungen

Statt nur über Themen zu sprechen, kreieren wir neue, korrigierende Erfahrungen im Körper. Das Nervensystem lernt durch Erfahrung – nicht durch Verstehen. Deshalb ist die verkörperte Praxis so zentral.

Ressourcenaufbau

Bevor wir uns schwierigen Themen zuwenden, bauen wir innere und äußere Ressourcen auf. Das gibt dem Nervensystem die Kapazität, mit Aktivierung umzugehen ohne in eine Überwältigung zu geraten.

Achtsame Präsenz

Somatisches Coaching lädt dazu ein, im gegenwärtigen Moment zu sein – mit allem, was gerade da ist. Ohne es wegzumachen, zu analysieren oder zu bewerten. Einfach: Da sein. Spüren. Wahrnehmen.

Die Integration: Kopf UND Körper

Eine wichtige Sache an dieser Stelle: Es geht nicht darum, den Verstand zu verteufeln. Oder dass Gesprächstherapie keinen Wert hat.

Es geht darum, dass für nachhaltige Transformation beides zusammenkommen muss:

  • Das kognitive Verstehen UND
  • Die somatische, verkörperte Integration mithilfe des Nervensystems

Traumasensible Begleitung und somatisches Coaching ergänzen therapeutische Arbeit wunderbar – oder bieten einen Weg für diejenigen, die nach Jahren der Therapie spüren: „Ich verstehe alles, aber es verändert sich nicht wirklich.“

Für wen ist eine traumasensible, körperzentrierte Begleitung geeignet?

Diese Art der Arbeit ist besonders wertvoll für dich, wenn:

  • Du das Gefühl hast, nie wirklich bei dir anzukommen
  • Du viel verstehst, aber die Muster trotzdem bleiben
  • Du schnell überreizt oder überfordert bist
  • Du dich oft unsicher in deinem Körper fühlst
  • Du Schwierigkeiten hast, deine Gefühle zu regulieren
  • Du in deiner Kindheit wenig emotionalen Halt hattest
  • Du mit einer chronischen Erkrankung lebst oder gelebt hast
  • Du als Elternteil anders begleiten möchtest, als du begleitet wurdest, aber merkst, dass dir das extrem schwer fällt
  • Du spürst, dass da noch etwas Tieferes ist, das gesehen werden möchte

Wie ich arbeite:

Ich begleite dich 1:1 online – körperzentriert, intuitiv, mit Raum für das, was da ist.

Meine Arbeit verbindet:

  • Traumasensible Begleitung
  • Somatisches Coaching
  • Nervensystem-Regulation
  • Achtsamkeitspraxis
  • Psychoedukation
  • Ressourcenorientierte Prozessbegleitung

Dabei folgen wir nicht einem starren Plan, sondern dem, was sich im Prozess zeigt. Im Zentrum steht immer: Dein Tempo. Deine Grenzen. Deine Erfahrung.

Der erste Schritt

Vorab biete ich ein kostenloses Erstgespräch (20-30 Min) an, damit wir schauen können, ob es Fragen zu klären gibt und ob es für uns beide passt.

In diesem Gespräch finden wir gemeinsam heraus:

  • Wo du gerade stehst
  • Was du dir wünschst
  • Ob meine Begleitung das Richtige für dich ist
  • Wie wir zusammenarbeiten könnten

Bereit für den nächsten Schritt?

Wenn du dich in diesem Beitrag wiedererkennst und das Gefühl hast: „Ja, genau das brauche ich“ – dann buche dein kostenloses Erstgespräch oder schreib mir eine Nachricht. Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen.

🌱 Dein Weg zurück zu dir beginnt hier.

Hinweis: Meine Begleitung ersetzt keine psychotherapeutische Behandlung. Solltest du akute und/oder schwerwiegende psychische Beschwerden haben, wende dich bitte an eine psychotherapeutische Fachperson oder eine psychiatrische Klinik.

Dieser Blogpost wurde mit Liebe geschrieben für alle, die wieder den Weg zurück zu sich und ihrer Essenz finden möchten. Teile ihn gerne mit anderen Frauen, die dir wichtig sind und die von diesem Post profitieren können. So schön, dass es dich gibt. ♥️

Mehr zu mir: Als traumasensible Begleiterin und Coach bin ich da, um dich auf deinem Weg zu mehr Selbstverbindung zu unterstützen. Mit „Back to You – Coaching & Guidance“ helfe ich dir dabei – traumasensibel, körperzentriert und nervensystemorientiert.

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